Es hatte sich angekündigt: 2019 wird es die deutsche Azure Cloud für Neukunden nicht mehr geben. Bestehende Nutzer können das Angebot weiterhin nutzen, allerdings erhält dieses keine Featureupdates mehr. Microsoft versichert, dass Azure auch der DSGVO entspricht.

Microsoft gibt in einem Blogeintrag bekannt, dass die speziell auf hohe Datenschutzrichtlinien ausgelegte Microsoft Cloud Deutschland ab 2019 nicht mehr angeboten wird. Stattdessen wird es auch für Kunden aus Deutschland nur noch Microsoft Azure geben. Grund für die Einstellung des Produkts, das erst 2015 eingeführt wurde, ist laut Microsoft dessen schlechte Nachfrage. Davon ist schon im März 2018 berichtet worden. Bestehende Kunden, die die Microsoft Cloud Deutschland verwenden, können dies wohl weiterhin tun, versichert Microsoft. In der Stellungnahme bekennt sich Microsoft dazu, die aktuell geltenden Richtlinien der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einzuhalten. Das gelte auch für die neuen Rechenzentren in Deutschland, welche 2019 eröffnen sollen. Das Unternehmen verweist dabei auf die eigens erstellten Datenschutzregeln, genannt Microsoft-Trusted-Cloud-Grundsätze. Eine Zertifizierung nach dem Anforderungskatalog C5 (Cloud Computing Compliance Controls Catalogue) sei ebenfalls in Arbeit.

Azure sei zudem wesentlich umfangreicher als die parallel laufende Cloud für Deutschland. Neue Dienste und Anwendungen werden primär dafür entwickelt. Microsoft spart mit der Abschaffung des speziellen Produkts sicherlich auch Ressourcen, etwa wenn ein Azure-Dienst für die Microsoft Cloud Deutschland bereitgestellt werden musste.

In Zukunft will Microsoft Bestandskunden der deutschen Cloud diverse Optionen zur Umstellung auf Azure anbieten. Laut Deutschlands Microsoft-Cloud-Leiter Markus Nitschke wird das Unternehmen “Details zu den Migrationsoptionen zur Verfügung stellen”.